Genug

Ein Ritter ritt durch reifes Korn,
Den Zügel laß und ohne Sporn;

Es fraß der breite Gaul im Schritt,
Nahm manche gelbe Aehre mit.

Der Sommersonne heller Strahl
Lag funkelnd auf dem schwarzen Stahl

Des Rüstkleids, das der Ritter trug;
Im Schild stand ihm ein Wort: Genug.

Es lag die Lanze vor ihm quer,
Darauf die Eisenrechte schwer.

Als er an eine Quelle kam,
Den Helm er sich vom Haupte nahm,

Kniete nieder in den Kieselsand,
Schöpfte Wasser mit der Eisenhand.

Und ließ es wieder fließen dann;
Liebreich sah er das Fließen an:

Mein Herz war heiß im Kampfgetos,
Mich ließ die Liebe nimmer los;

Nun reite ich nach Haus im Schritt
Und bringe bloß ein Lächeln mit:

Genug.

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